Ein negativer Bescheid trifft hart, vor allem wenn der Aufenthaltstitel daran hängt. Aber ein nicht bestandener Versuch ist kein endgültiges Nein. Du darfst wiederholen, und wer beim zweiten Mal gezielt vorgeht, besteht meistens.
Was jetzt zählt, sind zwei Fragen: Woran lag es genau, und wie nutzt du die Zeit bis zum nächsten Termin?
Zuerst: woran lag es?
Bevor du einfach neu anmeldest, schau dir deinen Bescheid an. Lag es am Sprachteil oder am Werteteil? Und wenn am Sprachteil, an welchem Modul? Diese eine Information entscheidet, worauf du deine Zeit legst.
Durchzufallen ist übrigens verbreiteter, als man denkt, besonders bei Schreiben und Sprechen. Es heißt nicht, dass dein Deutsch schlecht ist, sondern dass ein bestimmter Teil noch nicht sitzt.
Musst du alles wiederholen?
Ja. Bei der Integrationsprüfung B1 gibt es keine Teilbestätigungen: Du trittst immer zur ganzen Prüfung neu an, auch wenn nur ein Teil gefehlt hat. So steht es in der Prüfungsordnung des ÖIF (Version 01/2024). Die gute Nachricht: Du darfst so oft wiederholen, wie du willst.
Zur Erinnerung, was beim nächsten Antritt zählt: Sprechen auf B1 (ab 75 von 100) und Werte (ab 25 von 45) musst du immer schaffen, dazu B1 in Hören und Lesen (ab 33 von 45) oder im Schreiben (ab 15 von 20). Weil du alles neu machst, halte auch die Teile warm, die schon gut liefen.
Was kostet ein zweiter Versuch?
In der Regel wird die Gebühr von rund 150 Euro erneut fällig, dazu kommt die Wartezeit auf den nächsten Termin. Ärgerlich, aber auch ein guter Grund, den zweiten Versuch nicht zu vergeuden.
So holst du beim zweiten Mal die Punkte
Der Fehler wäre, jetzt wieder alles gleichmäßig zu üben. Konzentrier dich auf den Teil, der dich gekostet hat:
- War es Schreiben? Dann brauchst du Rückmeldung zu echten Texten, keine weiteren Grammatikübungen. Du musst sehen, welchen Leitpunkt du übersiehst.
- War es Sprechen? Laut üben statt im Kopf, und Antworten ausbauen: Meinung, Begründung, ein Beispiel.
- Waren es die Werte? Den offiziellen Katalog Thema für Thema durchgehen, statt zu raten.
- Kurz vor dem Termin: eine Generalprobe unter echten Bedingungen, mit der Uhr im Blick.
Fang nicht bei null an, sondern beim Schwachpunkt. Mach einen Modelltest, finde heraus, wo es genau klemmt, und übe von dort weiter, mit Korrektur deiner Schreib- und Sprechaufgaben.
Schwachstelle finden und übenHäufige Fragen
Verliere ich meinen Aufenthaltstitel, wenn ich durchfalle?
Nicht automatisch, aber die Prüfung ist an Fristen und Auflagen gebunden. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit der zuständigen Behörde oder einer Beratungsstelle. Eine Rechtsauskunft können wir dir nicht geben.
Wann darf ich wieder antreten?
Sobald dein Zentrum einen freien Termin hat. Eine Höchstzahl an Versuchen gibt es nicht, du trittst jedes Mal zur ganzen Prüfung an. Sichere dir früh einen neuen Termin und nutze die Zwischenzeit fürs gezielte Üben.
Woran scheitern die meisten beim ersten Mal?
An Schreiben oder Sprechen. Bei diesen produktiven Teilen fehlt einem allein die Außensicht, wie eine Prüferin die Leistung bewertet.
Stand 28. September 2026, ohne Gewähr. Verbindliche Informationen findest du bei den offiziellen Stellen: sprachportal.at (ÖIF) · osd.at (ÖSD).