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Goethe B1 Sprechen: Planen, Präsentation und Rückmeldung (mit Redemitteln)

7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 08. Oktober 2026

Vor dem Sprechen haben viele mehr Angst als vor Lesen oder Hören. Dabei ist dieses Modul gut planbar: Die drei Teile laufen immer gleich ab, und für jeden gibt es feste Redemittel, die du vorher üben kannst.

Hier siehst du den Ablauf, was in jedem Teil zählt und welche Sätze dir helfen. Das gilt genauso für das ÖSD Zertifikat B1 (ZB1), denn es ist dieselbe Prüfung. Alle Beispiele sind eigene Beispiele, keine offiziellen Prüfungsaufgaben.

So läuft die mündliche Prüfung ab

Du sprichst zu zweit mit einem anderen Prüfling, die Paare werden zufällig gebildet. Eine Einzelprüfung gibt es nur in Ausnahmefällen. Zwei Prüfende sind im Raum: Eine Person moderiert, die andere gibt dir in Teil 3 eine Rückmeldung und stellt eine Frage.

Vorher hast du 15 Minuten Vorbereitung, allein. Notizen darfst du in der Prüfung benutzen, aber du sollst frei sprechen. Wörterbuch und Handy sind nicht erlaubt. Die Prüfung dauert zu zweit circa 15 Minuten und beginnt mit einem kurzen Aufwärmgespräch, das nicht bewertet wird.

Es gibt 100 Punkte, bestanden hast du ab 60 (Stand 2026, ohne Gewähr; Quelle: Durchführungsbestimmungen auf goethe.de und osd.at):

  • Teil 1, Gemeinsam etwas planen: circa 2 bis 3 Minuten, 28 Punkte.
  • Teil 2, Ein Thema präsentieren: circa 3 bis 4 Minuten pro Person, 40 Punkte.
  • Teil 3, Über ein Thema sprechen: circa 1 bis 2 Minuten pro Person, 16 Punkte.
  • Aussprache, über alle drei Teile: 16 Punkte.

Die 15 Minuten Vorbereitung nutzen

Teil 2 bringt die meisten Punkte, also gehört ihm die meiste Zeit. Wähle eines der zwei Themen schnell, am besten das, zu dem dir sofort ein eigenes Erlebnis einfällt. Schreib nur Stichwörter, pro Folie zwei, drei Wörter und ein Beispiel. Ganze Sätze verführen zum Ablesen. Für Teil 1 notierst du zu jedem Leitpunkt eine Idee.

Teil 1: Gemeinsam etwas planen

Du bekommst eine Situation und vier Leitpunkte, dazu „…“ für eigene Ideen. Ihr macht Vorschläge, reagiert aufeinander und entscheidet gemeinsam. Bewertet wird auch, ob du das Gespräch beginnst, in Gang hältst und abschließt. Wer nur „Ja, gut“ sagt, verschenkt Punkte, wer allein redet, auch.

Geht Punkt für Punkt vor: Einer schlägt vor, der andere sagt Ja oder freundlich Nein mit einer anderen Idee, dann einigt ihr euch. Diese Sätze brauchst du:

  • Vorschlagen: „Wie wäre es mit …?“, „Ich schlage vor, dass wir …“, „Was hältst du davon, wenn …?“
  • Zustimmen: „Gute Idee, das machen wir.“, „Einverstanden.“
  • Höflich ablehnen: „Das ist keine schlechte Idee, aber …“, „Hm, ich weiß nicht. Lieber …“
  • Den Partner einbeziehen: „Was meinst du?“, „Hast du eine Idee?“
  • Abschließen: „Gut, dann machen wir es so: …“

Beispiel für Teil 1: einen Kleidertausch planen

Euer Deutschkurs möchte einen Kleidertausch machen: Jeder bringt Kleidung mit, die er nicht mehr trägt, und nimmt andere Sachen mit nach Hause. Leitpunkte: Wann? Wo? Was mitbringen? Was passiert mit dem Rest? Beide schlagen vor, beide lehnen einmal höflich ab, am Ende steht ein Plan.

  • A: Wir wollen doch einen Kleidertausch im Kurs machen. Wie wäre es mit Freitagabend?
  • B: Das ist keine schlechte Idee, aber freitags sind viele schon müde. Lieber Samstagvormittag. Was meinst du?
  • A: Einverstanden. Ich schlage vor, dass wir im Kursraum tauschen, da gibt es genug Tische.
  • B: Gute Idee. Und was bringt jeder mit? Wir könnten sagen: höchstens zehn Teile pro Person.
  • A: Hm, zehn sind zu viele, dann wird es chaotisch. Was hältst du davon, wenn jeder nur fünf saubere Teile mitbringt?
  • B: Das finde ich besser. Gut, dann machen wir es so: Samstagvormittag im Kursraum, jeder bringt fünf Teile, und den Rest geben wir in die Kleidersammlung.

Teil 2: Präsentation mit fünf Folien

Du wählst eines von zwei Themen. Die Aufgabe gibt fünf Folien vor, sie sind dein Bauplan. Für die volle Punktzahl bei der Erfüllung behandelst du alle fünf angemessen, mit nur drei oder vier gibt es weniger. Plane circa drei Minuten ein.

  • Folie 1, Thema und Aufbau: „Ich spreche heute über … Zuerst erzähle ich von mir, dann …, zum Schluss sage ich meine Meinung.“
  • Folie 2, eigene Erfahrung: ein konkretes Erlebnis. „Ich persönlich habe … erlebt.“
  • Folie 3, Situation im Heimatland, mit Beispiel: „In meinem Heimatland ist das ganz anders: …“
  • Folie 4, Vor- und Nachteile und deine Meinung: „Ein Vorteil ist, dass … Ein Nachteil ist aber … Meiner Meinung nach …“
  • Folie 5, Abschluss und Dank: „Zum Schluss möchte ich sagen, dass … Vielen Dank fürs Zuhören.“

Überleitungen zwischen den Folien

Ein eigenes Kriterium ist die Kohärenz: Kann man deinem Gedankengang folgen? Kurze Brückensätze kosten kaum Zeit und zeigen, dass du einen Plan hast:

  • „Damit komme ich zu meinen eigenen Erfahrungen.“
  • „Jetzt möchte ich erzählen, wie das in meinem Heimatland ist.“
  • „Das bringt mich zu den Vor- und Nachteilen.“

Beispiel-Gliederung: „Computerspiele: Hobby oder Zeitverschwendung?“

So kann es zu einem eigenen Beispielthema klingen. Auf dem Zettel stehen nur Stichwörter:

  • Folie 1: „Ich spreche heute über die Frage, ob Computerspiele ein gutes Hobby oder nur Zeitverschwendung sind. Zuerst erzähle ich von mir, dann von meinem Heimatland, danach kommen Vor- und Nachteile.“
  • Folie 2: „Ich spiele am Wochenende oft eine Stunde online mit meinem Bruder. So sprechen wir jede Woche, obwohl er in einer anderen Stadt wohnt.“
  • Folie 3: „In meinem Heimatland spielen sehr viele junge Leute, und manche verdienen damit sogar Geld.“
  • Folie 4: „Ein Vorteil ist, dass man beim Spielen Kontakt zu Freunden hat. Ein Nachteil ist aber, dass manche zu viel spielen und zu wenig schlafen. Meiner Meinung nach sind Computerspiele ein gutes Hobby, wenn man feste Zeiten hat.“
  • Folie 5: „Es gibt also gute Gründe für beide Seiten. Vielen Dank fürs Zuhören.“

Teil 3: Rückmeldung geben und Fragen beantworten

Nach der Präsentation deines Partners gibst du eine kurze Rückmeldung und stellst eine Frage. Danach beantwortest du Fragen zu deiner eigenen Präsentation, vom Partner und von der Prüferin oder dem Prüfer.

„Das war interessant“ allein ist zu wenig. Nenne ein Detail, das dir gefallen hat oder neu war, und stell eine offene W-Frage. Zum Beispiel: „Danke, Ana. Neu war für mich, dass man bei euch mit Computerspielen Geld verdienen kann. Ich habe noch eine Frage: Was sagen die Eltern dort dazu?“ Bei Fragen zu deinem Thema reicht eine kurze Antwort mit einem Grund.

  • Rückmeldung: „Gut gefallen hat mir dein Beispiel mit …“, „Neu war für mich, dass …“
  • Frage: „Ich habe noch eine Frage: Warum …?“, „Wie ist das bei dir?“
  • Antworten: „Gute Frage. Ich denke, …“, „Das weiß ich nicht genau, aber ich glaube, …“

Wenn du nicht verstehst oder hängen bleibst

Nachfragen gehört zu einem echten Gespräch, Schweigen bringt dir nichts. Diese Sätze helfen:

  • Nicht verstanden: „Entschuldigung, können Sie die Frage bitte wiederholen?“, „Meinst du, dass …?“
  • Ein Wort fehlt: umschreiben. „Ich weiß das Wort nicht. Es ist ein Ding, mit dem man …“
  • Faden verloren: kurz auf die Notizen schauen und mit einem Brückensatz weitermachen.
  • Zeit gewinnen: „Moment, ich überlege kurz.“

Häufige Fehler

Ist die Erfüllung in einem Teil gar nicht bewertbar, gibt es für den ganzen Teil 0 Punkte. Sag also überall etwas, auch wenn es nicht perfekt ist. Typische Fehler:

  • Ablesen: Ganze Sätze auf dem Zettel klingen monoton. Nur Stichwörter notieren.
  • Eine Folie vergessen, meist das Heimatland oder die eigene Meinung. Jede fehlende Folie kostet Punkte.
  • In Teil 1 nur zustimmen oder allein reden: Mach Vorschläge, sag auch einmal Nein und frag nach der Meinung des Partners.
  • Allgemeines Lob in Teil 3: Sag konkret, was dir gefallen hat.

So übst du das Sprechen bei uns

In unserem kostenlosen Goethe-B1-Kurs hat jeder der drei Teile eigene Lektionen mit Hörbeispielen, die Links findest du unten.

In den Goethe-B1-Modelltests sprichst du mit Pro live mit einer KI-Prüferin und bekommst danach eine Bewertung für Teil 1 bis 3. ExamReady ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zum Goethe-Institut oder zum ÖSD.

Lern die Präsentation Schritt für Schritt in unserem kostenlosen Goethe-B1-Kurs: fünf Folien, Überleitungen und ein Beispiel zum Anhören.

Lektion Präsentation öffnen

Häufige Fragen

Darf ich in der mündlichen Prüfung Notizen benutzen?

Ja, die Notizen aus der Vorbereitung darfst du benutzen. Du sollst aber frei sprechen, schreib deshalb nur Stichwörter.

Wie lange dauert die Präsentation in Teil 2?

Plane circa drei Minuten ein, die Regeln nennen 3 bis 4 Minuten pro Person. Wichtiger ist, dass du alle fünf Folien behandelst.

Was mache ich, wenn mein Partner schwach ist oder nur redet?

Frag „Was meinst du?“, mach eigene Vorschläge und unterbrich höflich: „Darf ich kurz etwas dazu sagen?“ Genau diese Interaktion wird bewertet.

Wie viele Punkte brauche ich im Sprechen?

Mindestens 60 von 100: Teil 1 (28), Teil 2 (40), Teil 3 (16) und Aussprache (16). Sprechen ist ein eigenes Modul, du kannst es einzeln ablegen und wiederholen.

Ist das Sprechen beim ÖSD Zertifikat B1 gleich?

Ja, Goethe-Zertifikat B1 und ÖSD Zertifikat B1 (ZB1) sind dieselbe Prüfung. Nicht verwechseln mit dem ÖSD ZDÖ B1, das ist eine andere Prüfung.

Stand 08. Oktober 2026, ohne Gewähr. Verbindliche Informationen findest du bei den offiziellen Stellen: sprachportal.at (ÖIF) · osd.at (ÖSD).

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